Birgit Jürgenssen

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Schlaflos. Das Bett in Geschichte und Gegenwartskunst

21er Haus

Schlaflos. Das Bett in Geschichte und Gegenwartskunst

Vor mehr als 40 Jahren gingen Yoko Ono und John Lennon zusammen ins Bett, um gegen den Krieg zu protestieren. Das damals berühm­teste Künst­lerpaar der Welt machte seine Flitterwo­chen öffentlich und verkündete aus dem Bett heraus: „Make love, not war!“ In Onos und Lennons Szene wird das Bett zum politi­schen Instrument der bildenden Kunst.

Die Ausstellung Schlaflos hat das Bett als Motiv in der Kunst­ge­schichte wie in der zeitgenössi­schen Kunst im Fokus. Sie umfasst Gemälde, Skulpturen, Zeich­nungen, Fotografien und Videoarbeiten, deren Bandbreite sich von Werken alter Meister bis zu Arbeiten der Gegenwarts­kunst spannt, die einander thematisch und assoziativ gegenüberge­stellt werden.

Als Schauplatz von Geburt, Liebe, Krankheit und Tod, als Ort jegli­cher mensch­li­cher Ausdrucks­form, in der Geschichte jedweder Kultur zu finden, gehört das Bett wohl zu den am häufigsten in der Kunst reproduzierten Gegenständen, und nicht selten hat seine Darstellung metaphori­sche Bedeu­tung: das Bett als Veranschauli­chung der Bedingungen mensch­li­cher Existenz. Ein Groß­teil der Menschen wird auf einem Bett geboren, man könnte sagen, dass das unerklärliche Wunder des Lebens auf einem Bett seinen Anfang nimmt. Ein Werk der Ausstellung ist ein Gemälde von Lavinia Fontana aus dem 16. Jahrhundert, das ein Kind in einer Wiege zeigt – die wahr­scheinlich erste Umsetzung dieses Sujets in der Kunst­ge­schichte. Die Tradition der Darstellung der Geburt hat sich bis heute fortgesetzt, wie beispielsweise bei Robert Gober oder Sherrie Levine.