BIRGIT JÜRGENSSEN
Going To Bed Without Sleeping [1986]
in: Erika Billeter (Hrsg.): Ausst.-Kat. Chéf-d'Oeuvre du Musée Cantonal des Beaux-Arts Lausanne (Lausanne: Musé Cantonal des Beaux-Arts, 1989), S. 340.
Pour ce dessin, l'artiste nous a envoyé un texte qui explique ses idées personnelles:
„Die Engel rebellieren um Mitternacht. Es ist ein Ort in meinem Kopf, ich weiß nicht ob ich dahin will - ein Schlehmilium. Die Nacht kennt keine Schatten. Körperhaftes wird flüssig. Die Augen werden farbenblind. Die Vernunft lässt uns im Stich, alle Sinne rotten sich zusammen 'The mind does dancing, while the body pullst he string' (Swamp Dogg); ausgesetzt der Dunkelheit einem Spiel der Einbildungskraft, welche und zugleich bindet und löst, in einer Mischung von Wirklichkeit und Vision. Zeit und Raum entschwinden durch ein Nadelöhr. Zuweilen überfällt uns Melancholie. Ich bin dabei das Zentrum meiner selbst zu verlassen, denn ich habe große Eile in eine andere Wirklichkeit zu gelangen, um in einem schicksalhaften Flug die verschwundene Umlaufbahn zu erreichen, den schönen Umkreis, auf dem die Farben entstehen.
Ich gehe zu Bett und kann (will) nicht schlafen. Aladins Lampe, verziert mit tausend Augen, sitzt auf meiner Brust. Noch ist die Lampe verschlossen, aber die Wesen drinnen rumoren.
Engel und Dämonen brauchen keinen Passport"
Birgit Jürgenssen
