Birgit Jürgenssen

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Sarah Kiani

Sarah Kiani

Das Private ist politisch. Avantgarde-Feminismus und die Frauenbewegung der 1970er-Jahre

in: Traverse. Zeitschrift für Geschichte, 2/2016

Zusammen­fassung

Anfang der 1970er-Jahre entstanden im Bereich der Kunst die ersten femi­nisti­schen Produktionen. Mit neuen Ausdrucks­formen, die rasch über die Landesgrenzen hinweg zirkulierten, insze­nierten Künst­le­rinnen diezwänge und Einschränkungen, denen weibliche Körper ausgesetzt waren. Als Medien benutzten sie oft Performances, videos und die Fotografie. Obwohl innovativ in der wahl ihrer
Themen und dem stilisti­schen Ausdruck, wird das femi­nisti­sche Kunst­schaffen von der Kunst­ge­schichte kaumje als avant­gardistisch anerkannt. Überdies wird es meist als eigenständiger Bereich darge­stellt, der zwar verbindungen zur Frau­enbewegung aufwies, sich aber auss­erhalb von dieser entfal­tete. In diesem Aufsatz wird hingegen argu­men­tief, dass die femi­nisti­sche Kunst sehr wohl als
Komponente der Frau­enbewegung der 1970er-Jahre zu verstehen ist. Denn sie beruhte auf derselben kognitiven und politi­schen orientierung wie die femi­nisti­sche Bewegüng und ging wie diese von einer fundamen­talen Infra­ge­stellung der sozialen stellung und derAusbeu­tung von Frauen aus. Zur untermauerung dieser These werden im Foto­bei­trag nicht nur verschiedene werke von femi­nisti­schen Künst­le­rinnen der 1970er-Jahre präsentiert, sondern es wird auch aufgezeigt, wie eng das femi­nisti­sche Kunst­schaffen mit den Praktiken der Aktivistinnen verbunden war und welche Kontroversen dafür charakteristisch waren. (ed42)