Birgit Jürgenssen

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Birgit Jürgenssen

Birgit Jürgenssen

Vorwort zum Katalog "Wenn die Kinder sind im Dunkeln, ..."

In: Ausst. Kat. Wenn die Kinder sind im Dunkeln... (Wien: Wiener Secession, 1994), S. 6.

PLEASE STAND A LITTLE CLOSER APART

                                                Michael Curtiz

 

Das Wesentliche der ausgewählten Arbeiten liegt in deren Ausstrahlung und Inten­sität, die - im eigentli­chen Wortsinn - berühren soll. Diese Künstler spre­chen aus dem Dunkel. Mit einer lauten, spektakulären Sprache, die ihre Träume, Wünsche, Ängste, Obsessionen ... formuliert. Sie spre­chen aus dem Inneren.

Die Anti­t­hese ist gleich der Mauer ohne Tür. Diese Mauer zu durch­dringen, ist Tabuver­letzung an sich. Die Anti­t­hese von Innen und Außen, heiß und kalt, Leben und Tod ist durch die nach­giebigste aller Schranken getrennt, durch die Schranke des Sinns. Wo die Aussage durch­dringen? Das Bild im Teppich des Traums hervortreten lassen und die Realität glaubhaft machen? Das Ziel der Methode: den Sinn zu natu­ralisieren.

"Citar": Aufschlagen des Stiefel­ab­satzes, sich Straffen der Toreros, die das Tier zu den Banderillos locken.

Ein Gewinn an spieleri­scher Lust, um die Signifi­kanten zu vermehren, nicht um ein letztes Signifikat zu errei­chen. "Fläc­henhaftes", das man nicht erfassen kann. Die Kopie des Scheins authentisiert durch das Wissen um das Innere, um das, was darunter liegt.