4. September 2025 – 1. Februar 2026
Im selben Jahr, in dem Brasilien die COP30, die Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Belém, Pará, ausrichtet, präsentiert das MASP die Ausstellung „Histories of Ecology“. Es ist die achte Ausstellung des Museums seit 2016, die sich der Erforschung vielfältiger, pluralistischer und polyphoner Geschichten widmet. Die Ausstellung ist keine direkte Reaktion auf die Konferenz, sondern schlägt vielmehr eine breitere Perspektive vor. Über die unbestreitbare Dringlichkeit der Klimakrise hinausgehend erweitert die Ausstellung das Konzept der Ökologie selbst. Anhand der Arbeiten von Künstler*innen, Aktivist*innen und sozialen Bewegungen untersucht sie die Beziehungen zwischen Menschen und mehr als menschlichen Wesen – eine Kategorie, die Tiere, Pflanzen, Flüsse, Wälder, Berge und Pilze umfasst.
Die Verwendung des Begriffs „Ökologie” anstelle von „Natur” ist in diesem Zusammenhang eine bewusste konzeptionelle Entscheidung. Im Gegensatz zu Vorstellungen, die die Natur als eine von der Gesellschaft getrennte Einheit isolieren, wird Ökologie hier als ein Beziehungsgeflecht verstanden, als ein Feld von Kräften, das sich in ständiger Transformation befindet. Diese Perspektive stellt etablierte Dichotomien wie Natur/Kultur, Subjekt/Objekt und Mensch/Nicht-Mensch in Frage. Ein solcher Ansatz steht im Einklang mit den aktuellen Forderungen nach einer „ökologischen Wende” in den Geistes- und Sozialwissenschaften, die eine Neukonzeption der Wissensproduktion anstreben, indem sie eine Vielfalt von Welten und Ökosystemen einbeziehen. mehr
Mit Werken von 116 Künstler*innen, von denen die meisten aus dem sogenannten Globalen Süden stammen, erweitert „Histories of Ecology“ dieses Netzwerk, um Allianzen zwischen dem Globalen Süden und Norden zu schmieden, in der Erkenntnis, dass die Klimakrise koordinierte, solidarische und dringende Maßnahmen erfordert. Viele der Werke zeigen nicht nur die verheerenden Auswirkungen von Kolonialismus, Umweltrassismus und globalem Kapitalismus auf Körper, Territorien und Ökosysteme, sondern auch ihre tief verwurzelten historischen Ursprünge.
Die Ausstellung ist in fünf thematische Abschnitte gegliedert, mit einem empfohlenen Rundgang vom sechsten bis zum zweiten Stock: „Web of Life“, „Geographies of Time“, „On Becoming“, „Territories, Migrations, and Borders“ und „Inhabiting the Climate“. Letztendlich durchläuft die Ausstellung geologische, biografische, spirituelle, gemeinschaftliche und planetarische Formen des Wissens. Sie lädt uns ein, Kosmologien anzuerkennen, die sich der Zerstörung des Lebens widersetzen, und Räume für kritische Vorstellungskraft zu öffnen, in denen die Zukunft als Ort der Auseinandersetzung und kollektiven Verantwortung gestaltet wird.
